Freitag, 26. September 2014

1-2-3-4... Sendestart für Tiefsehtauchen/Revolution-2014-Tourdaten/ … und ein paar unwesentliche Gedanken zum Wesentlichen


BÖTTCHER-NEWS 10/2014

1-2-3-4... Sendestart für Tiefsehtauchen/Revolution-2014-Tourdaten/
… und ein paar unwesentliche Gedanken zum Wesentlichen




Liebe Freunde,

während es sich der Herbst vor dem Fenster gefallen lässt, sein Erscheinen mit ersten sanft wehenden Blättern anzukündigen und der wundervoll-farbenfrohe Sonnenuntergang ihm dabei die Schau zu stehlen versucht, sitze ich hier in meiner schummrigen Schreibstube und freue mich, diese paar Zeilen voller Neuigkeiten an euch zu richten. Ich will ausnahmsweise vorab mal nicht allzuviele Worte machen, die nicht direkt zur Sache gehören. Nur diese hier: Vor einiger Zeit las ich mal wieder ein paar Kapitel von Friedrich Nietzsche. An einer Stelle schrieb er sinngemäß davon, dass die/wir Menschen uns bloß deshalb so vehement auf vermeintliche Erfüllung in Arbeit und Freizeitbeschäftigungen stürzen, um uns selbst permanent vom Wesentlichen abzulenken – nämlich den essentiellen Fragen um uns herum, in und über uns selbst.

Wie viele von uns ja längst wissen, ist Nietzsche als geistig Umnachteter gestorben. Ob es wirklich kausal damit zu tun hat, dass er es mit der Suche nach dem Sinn in sich selbst zu weit getrieben hat, ist natürlich ungewiss. Vorstellen kann man sich's als Sensibler aber durchaus. Für mich noch lange kein Grund, dem Godfather-of-bitterer-Vergrätzung nicht mit wehenden Fahren in wenigstens diesem einen Punkt zuzustimmen und ihm überdies meinen allergrößten Respekt für den noblen Versuch zu zollen. Was tun wir nicht alles, um im Außen Sinn zu finden? Wieviele Kuchen- und Eisbein-mit-Sauerkraut-Bilder oder Kalendersprüche oder Bibelverse wollen wir im Zuge all dessen noch bei Facebook posten? Wieviele Verhungernde und emotional Darbende im In- und Aus- und Niemandsland lassen wir noch am Straßenrand sitzen und erklären uns selbst, sie hätten mit uns ja nichts zu tun? Was stellen wir nicht noch alles an, bewegen wir, kaufen und verkaufen, taxieren, studieren, trainieren, ver- und beurteilen wir, nur um am Ende des Tages kein bisschen schlauer oder näher an uns selbst zu sein, als zu seinem Beginn? Wie lange schreien wir noch auf den Marktplätzen nach einer besseren Welt, die ja gar nicht besser werden kann, solange wir selbst nicht feinfühliger und mutiger geworden sind, was unsere eigene Dunkelheit und wie-auch-immer-religiöse Rechthaberei betrifft? Wie lange wollen wir noch glauben, dass wir längst die „Guten“ sind?

Manchmal in den letzten Jahren kam es mir geradezu bizarr vor, was für eine ungeheure Sogkraft die eigenen Aktivitäten und Gedanken und Sorgen entwickeln können. Irgendwas ist ja immer. Und irgendwas ist immer Placebo. Und irgendwas ist immer Ego. Aber was ist dann das Eigentliche, das Wesentliche? Kann man das irgendwie auf den Punkt bringen? Und falls jein, warum – warum nicht? Und kann man sich davon denn dann am Ende was kaufen? Eben nicht. No Way José. Das Wesentliche kann man tatsächlich nicht kaufen und nicht verkaufen. Man kann es nicht stehlen und nicht leihen und nicht festhalten. Man kann es nicht suchen und nicht finden. Und man kann es nennen wie man will, aber es bleibt dennoch auf immer und ewig wortlos und sprachlos-machend unverändert: Leben. Gott. Himmel. Liebe. Gnade. Freiheit. Worte. Auf dem Weg.
Die Wahrheit ist ein großes Zimmer ohne Wände.

In diesem Zimmer ist alles Geschenk. Es ist einfach da. Es ist in uns, um uns, über uns, unter uns. Es ist der Baum im Wald des Betrachters, der den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, obwohl er nur auf den Baum schauen müsste, der er selbst ist. Es ist die Erkenntnis der Angstfreiheit, der bedingungslosen Geborgenheit und Vergebung, die derjenige nicht mehr braucht, dem sie zuteil wurde, und die derjenige nicht besitzt, der sie wie getrieben als persönliches Eigentum verkündet. Es ist im Dialog zwischen einem religiösen Moralisten und einem Weisen, der ihn fragt, ob er daran glaubt, dass all jene, die nicht genau das glauben, was er für die Wahrheit hält, dereinst in der Hölle schmoren werden. Der religiöse Moralist, der entgegnet: „Ja, gewiss, gewiss, das glaube ich!“ - und der Weise, der ihm unter Tränen des Mitgefühls sagt, dass jeder, der im Schatten eines solch verdammenden Urteils leben muss, ja längst selbst im Feuer dieser Hölle wohnt.

Es ist die Freiheit, sich zu erlauben, das blanke Sein zu spüren, jenseits von Rechtsspruch, Urteil, Interpretation und Mutmaßung. Es ist die Freiheit, loszulassen, mutig auf den Funken des Lebens zu springen, auf ihm zu reiten, selbst dieser Funke zu sein (der dann vielleicht gar überspringen mag), beschenkt zu sein, ohne wissen zu müssen, was es bedeutet, stattdessen Bedeutung darin zu finden, es einfach nur zu spüren, ohne es länger erklären zu können oder zu wollen. Es ist in der Resignation, die keine Niederlage ist.
Und am Ende bündelt sich alles was man zu sagen versucht in Liebe.
Mehr wird da auch nach weiteren Jahrtausenden der Suche nicht sein.
Ein einzelner Baum.
Mein Baum, dein Baum.
Äste, die sich berühren.
Liebe.
Mehr nicht. 
Vor allem aber:
Weniger nicht.

***



TV-Premiere: Tiefsehtauchen mit Jens Böttcher

Tata #1. Unser eigenes, mit sehr viel Herzblut gefülltes TV-Format startet am 04.10 um 1830h bzw. 05.10 um 2330h bei Bibel TV und zeitgleich im Tiefsehtauchen-Kanal bei YouTube. Wir würden uns riesig freuen, wenn ihr Lust habt, euch die sechs Folgen der ersten Staffel im Fernsehen oder in der Tube anzuschauen und uns zu schreiben, ob und wie es euch gefällt. Einen Trailer könnt ihr hier schon mal sehen:


Ebenso den wundervollen Song „Der alte Mann und das Meer“ von Johannes Falk (der in der zweiten Tiefsehtauchen-Folge zu Gast ist). Nämlich hier:


Auch die Tiefsehtauchen-Homepage wird ab Anfang Oktober im Netz zu finden sein, nämlich hier:


Gäste der ersten Staffel sind die Musiker Johannes Falk, Sarah Brendel und Dania König sowie der „meistgelesene Theologe Deutschlands“ Eugen Drewermann. Es war übrigens eine besondere Ehre für uns ein ausführliches Gespräch mit Herrn Drewermann bei ihm zuhause in Paderborn aufzeichnen zu dürfen - das wir in insgesamt vier Folgen (jeweils zwei in Staffel 1 und Staffel 2) ungekürzt zeigen werden. Auch für die zweite Staffel (ab Ende März/April 2015) sind einige Episoden bereits abgedreht: mit Peter Godzik (Autor von u.a.„Trauernden nahe sein“) und meinem wunderbaren großen Bruder Sven Böttcher (Autor von u.a. „Quintessenzen“). Die nächsten Drehtage mit Jakob Friedrichs (superzwei), 2 Flügel, Chris Lass, Siegfried & Christer Tepper stehen demnächst an. Da kommt also noch reichlich was nach. :-) Das wirklich großartige ist dabei bisher, dass alle Tiefsehtauchen-Gäste so viel wesentliches zum Wesentlichen (siehe oben) zu sagen haben. Jeder Drehtag bisher war für mich persönlich eine große Freude und Bereicherung. Danke nochmal an alle, die Tiefsehtauchen möglich machen und unterstützen. Henry, Karsten und ich hoffen sehr, dass die Sendung eure Herzen wie euren Verstand berühren und den Geist der Freundschaft und Liebe transportieren kann, den die beteiligten Protagonisten und Gäste mit beeindruckender Offenheit und Herzenswärme in die Gespräche mitgebracht haben.
***




Tata #2. Und hier sind nun endlich auch die lange versprochenen Tourtermine für den November/Dezember. Wir werden zu dritt in der kleineren Orchester-Besetzung unterwegs sein: Henry spielt Schuhkartons, Schlagwerk, Glockenspiel und Gitarre, Karsten Bratsche, Bass, Akkordeon, Gitarre – und ich spiele wie immer mich selbst (sic).

JENS BÖTTCHER & DAS ORCHESTER DES HIMMLISCHEN FRIEDENS
REVOLUTION-TOUR 2014

31.10. Freudenstadt Villa Sonnenschein
01.11. Hilzingen Evangelische Kirche
02.11. Winterthur Bistro Riläx (CH)
03.11. Konstanz (Hauskonzert)
04.11. Langenthal (Hauskonzert)(CH)
05.11. Huttwil (Hauskonzert) (CH)
6.11. Luzern (CH)
8.11. Linz (Österreich) (Gemeinde Corner Stone)
20.11. Geilenkirchen (Jugendzentrum Zille)
21.11. Engelskirchen (Evangelische Kirche)
22.11. Dremmen (Café Curioso)
23.11. Treis-Karden (Hauskonzert)
6.12. Hamburg (Hochzeitsfeier)

Wenn ihr Interesse habt, zu den Hauskonzerten zu kommen, schickt mir gern eine Mail an boettcher@boettchercom.de.

Habt wie immer vielen Dank für eure Aufmerksamkeit, eure Mails oder Briefe und besonders eure Liebe (wen auch immer sie heute trifft!). ;) Und hier zum Schluss wie immer noch mein Zitat des Monats.

Musicians should not play music. Music should play musicians.
Henry Rollins

Wir sehen uns unterwegs...
pax
j.

facebook: jens böttcher (künstlerseite) oder paco de luca (imaginäres Sekretariat)




Kommentare: